Dungeonslayer's

Die Reise nach Praern

1. Abenteuer vom 11.8.2012

Der weg nach praern

“Die Reise nach Praern”

Gruppe

GM:
mad_eminenz
Spieler:
Morlock menschlicher Schwarzmagier aus Gillien
Dirion ein Sandelf Zauberer
Valos Dorrian Novice Helia’s und Krieger aus Vandria
Abigail die Wyndländische Späherin

1. Sturmtag im Weidsummen 1214 ( 4.5.1214)

Habe endlich Arbeit gefunden. Ein reicher, alternder Händler namens Malbrun hat mich engagiert, ihn auf seinem Weg von Sturmklippe zu seiner Heimatstadt, einer Ansiedlung namens Praern, gelegen am Tiefenklammsee, zu eskortieren. Dem Schicksal sei Dank, denn meine Geldreserven wurden in Sturmklippe aufgefressen, wie Schnee in der Frühlingssonne. Dieser Moloch von einer Stadt ist so dermaßen teuer, dass ich mich wahrscheinlich alsbald als Bettler auf der Straße wiedergefunden hätte.
In der Tat bin ich nicht alleine angeheuert worden. Drei weitere Personen, alles Menschen, gehören ebenfalls der Eskorte an: Ein wehrhaft aussehender blonder Mann, der eine verstärkte Lederrüstung trägt, ist und keinen Hehl aus seiner Verehrung für Helia macht, eine – ebenfalls in Leder gerüstete – Rothaarige, deren blaue Augen uns mit einem stechenden Blick bedachten und die sich innerhalb der Stadtmauern unwohl zu fühlen scheint und die einen Bogen trägt, sowie einen sinister wirkenden, geckenhaft gekleideten Schwarzbart, dessen Waffe ein schwarz gefärbter Kampfstab ist, dessen Enden rot gehalten sind, ganz im Gegensatz zu dem meinem, der keinerlei Verzierungen aufweist. Ob er diesen Stab wohl nur zum Schlagen benutzt?

1. Heimgeh im Weidsummen 1214 (5.5.1214)
Wir haben ein heute ein gutes Stück des Weges gemacht. Der Händler Malbrun stellte sich einerseits als ziemlich schwatzhaft heraus, ist aber andererseits sehr wegekundig. Zum Beispiel wusste er dass die erste Örtlichkeit unserer Reise, ein Platz namens Schwarzhain, von einem Tyrannen befehligt wird, der in seiner Festung sitzt und mit dem bestimmt nicht gut Kirschen essen ist. Folgerichtig haben wir den Ort umgangen und sind weiter Richtung Dammingen gezogen, dem Städtchen, in welchem wir heute nächtigen, nachdem uns ein spontan auftretendes Unwetter am Nachmittag noch ein wenig aufgehalten hatte. Obwohl in Dammingen kein Tyrann herrscht, zeugen doch einige Gehängte am Rand der Siedlung – von welchen einige die typischen Merkmale von Zauberern aufwiesen – soweit die uneinladenden Blicke, welche die Ortsansässigen uns zuwerfen, für eine eher bedrückte Atmosphäre und ich halte mich lieber im Hintergrund. Fast genauso verhält sich Morlock, der Mann mit dem schwarzen Kampfstab, was meinen Verdacht seiner Profession gegenüber verstärkt. Selbst der lebenslustige Malbrun empfahl relativ bald nach dem allerdings guten und üppigen Abendmahl zum Aufbruch schlafen zu gehen, zum Missfallen von Valos, der gerade dabei war, einige Holzwürfel auszupacken. Wäre hätte gedacht, dass Vergeistigte dem Glücksspiel frönen?

1. Abendlang im Weidsummen 1214 (6.5.1214)
Haben nach einem relativ ereignislosen Tag den Ort Pradnek erreicht. Malbrun hatte den ganzen Tag von der hiesigen Delikatesse geschwärmt, einem – in der Tat vorzüglichen, wie ich feststellen konnte – Schinken. Abigail, die Frau mit dem stechenden Blick, wird umso umgänglicher, je tiefer wir uns in der Wildnis zu befinden scheinen. Sie hatte sich einige Zeit im Wald herumgedrückt, kam aber mit dem Gesichtsausdruck, dessen der etwas gesucht und nichts gefunden hatte, wieder zurück.
Pradnek ist an und für sich ein hübscher Ort mit schmucken, kleinen Häusern; der heimelige Eindruck wurde allerdings etwas getrübt durch die vier Männer, die auf dem Marktplatz auf Richtböcken festgebunden waren. Ebenso befand sich dort eine nackte, in Ketten gefesselte Frau. Irgendjemand murmelte etwas von ‚Ehebrechern‘ vor sich hin…

1. Wochenend. im Weidsummen 1214 (7.5.1214)
Heute haben wir uns unseren Lohn redlich verdient!
Doch von Anfang an:
Wohlgenährt überschritten wir am frühen Morgen die Brücke die uns weg von Pradnek Richtung Westen führte und nicht mal das schlechte Wetter konnte meine Zuversicht trüben. Schon bald sahen wir nahebei einen Wald, den Malbrun als ‚Spukwald‘ bezeichnete, einen Ort der seinem Namen alle Ehre machen würde, und den man deswegen auch meiden sollte. Somit beschleunigten wir unsere Schritte, welche uns dann längs des großen Flusses Trugwasser langführte.
Nach einiger Zeit sahen wir am Ufer in der Nähe einen Angler sitzen. Nichts Böses ahnend setzten wir unseren Weg vor – der Angler winkte uns noch freundlich zu – als wir wie aus dem Nichts vom nahegelegenen Waldrand beschossen wurden und auch noch der eben noch freundliche Zeitgenosse ließ seine Angel fallen, zog eine Waffe und stürzte auf uns ein.
Am Ende waren es vier Wegelagerer, die uns vor keine größere Herausforderung stellten, denn wir konnte sie alle zur Strecke bringen, doch einige von uns nutzten eher exotische Mittel.
Während ich mich auf meinen Feuerstrahl verlassen konnte, und den Händler Malbrun mit meinem Körper schützte war hatte ich immer mal die Möglichkeit, ein Auge auf meine Mitkämpfer zu werfen. Während Valos seine Aufgabe mit dem Schwert wacker erfüllte, bewahrheitete sich bei Morlock das, was ich insgeheim vermutet hatte, nämlich, dass er ebenso wie die der Zauberkünste mächtig war. Sein Feuerstrahl erschien mir ebenso mächtig wie mein eigener zu sein.
Doch vom wem ich zunächst im Kampfgetümmel nichts wahrgenommen hatte, war die Frau Abigail. Gegen Ende des Kampfes – drei der Banditen waren bereits zu Strecke gebracht, der vierte im Wald verschwunden – meinte ich am Waldrand einen Wolf zu erspähen. Sofort alarmierte ich die anderen und gemeinsam vernahmen wir den entsetzlichen Todesschrei des vierten Schurken. Er schien von einem Tier zur Strecke gebracht worden zu werden.
Augenblicke später trat Abigail aus dem Wald. Zuerst dachte ich, dass sie verwundet sei, da sie am Mund und Oberkörper blutbesudelt war, aber ich sollte mich täuschen.
Ich habe die starke Vermutung, dass die Dame sich in einem Wolf verwandeln kann!
Sie erklärte uns, sie hätte im Wald eine Unterschlupf gefunden. Da es nicht auszuschließen war, dass noch mehrere dieser Halunken dort ihr Unwesen treiben, näherten wir uns der Hütte mit gebührender Vorsicht, doch unser Argwohn stellte sich als unbegründet heraus. Ein Schlüssel, bei einem der Banditen gefunden, passte ins Schloss der Eingangstür und ein Knurren hinter dieser als harmloser Hund heraus. Das Tier war zwar groß und fellbedeckt und roch sehr streng, schien aber ansonsten ein freundliches Wesen zu besitzen. Es hatte schnell einen Narren an Valos gefressen und der Jünger Helias fügte sich mit undeutbarer Miene in sein Schicksal.
Die Hütte, die sich tatsächlich als Unterschlupf der Gaunerbande entpuppte war gefüllt mit allerlei Diebesgut, wie Kleiderballen, Gold und Geschmeide. Auch Essbares hatten die Leute überaus reichlich angesammelt: Schinken, Käse und so weiter, so dass wir alle wohlgenährt ruhen konnte – bis auf die diejenigen natürlich, die Wache halten mussten.

2. Neutag im Weidsummen 1214 (8.5.1214)
Abigail kann tatsächlich auch freudig aus der Wäsche schauen, wie ich festgestellt habe!
Sie erklärte uns, dass sie am gestrigen Abend im Wald um die Hütte herum einige wirklich nützliche Nüsse gefunden hatte. Diese Nachricht war der Höhepunkt an einem ansonsten ereignislosen Tag.
Unser Weg hatte uns weiter den Trugwasser entlanggeführt. Gegen Mittag sahen wir eine Anhöhe im Norden, die der stets wegekundige Malbrun als Goblinhöhen identifizierte.
Da mit den Bewohnern wohl nicht gut Heilnüsse zu essen ist, hielten wir uns dem Ort selbstverständlich fern.

2. Werktag im Weidsummen 1214 (9.5.1214)
Sind dem Weg nach Norden gefolgt. Westlich von uns liegt eine Gegend, die Dunkelstreif genannt wird, wie uns ein Mensch berichtete, der von sich behauptete ein Kartograph zu sein. Ein seltsamer Beruf, der aber möglicherweise dass Reisen schneller und sicherer machen wird.
Der Mann erklärte weiterhin, etwas von den Bergen der Toten

2. Sturmtag im Weidsummen 1214 (11.5.1214)
Nach zwei ereignislosen Tagen haben wir tatsächlich unser Ziel erreicht!
Am Spätmorgen erreichten bogen wir um die Ecke unseres Weges und sahen unter uns, auf am Ufer des Klammtiefensee liegend, die malerische Stadt Praern.
Frohgemut schritten wir aus und Malbrun machte uns den Mund mit seinen Geschichten über eine sagenhafte lokale Spezialität, nämlich eine auf einzigartige Art und Weise geräucherte Forelle wässrig.
Der Mann scheint an nichts anderes als an Nahrung zu denken.
In der Stadt angekommen, dirigierte er uns auch direkt zu besagtem Etablissement, einem Gasthaus namens Meermaid, wo er uns ausbezahlen und ein letztes gemeinschaftliches Festmahl mit uns begehen wollte.
Doch es sollte anders kommen.
Das Gasthaus war so gut wie nicht besucht und der Wirt, ein Mensch namens Mikael, erklärte uns griesgrämig, dass seine Spezialität nicht mehr verfügbar wäre, da ihm ein ‚Staub‘ fehlen würde, mit dem die Fische behandelt werden müssten um ihnen das entsprechende raeucheraroma zu geben, die ūber die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.
Und so ergab es sich, dass wir nicht nur fürstlich von Malbrun entlohnt wurden, sondern auch sofort einen Folgeauftrag bekamen, nämlich das Geheimnis des Staubes zu lösen.
Nicht gerade ein Auftrag, der nach Ruhm und Ehre heischt, aber als junger Abenteurer sollte man wohl zunächst einmal auf Sicherung des Grundbedarfs aus sein.
Der Staub war dem Wirt von einem Zwerg namens Gutgolf geliefert worden, doch dieser verstarb letztlich. Seine Erben hatten kein Interesse an dieser Angelegenheit, und so stellten wir eigene Nachforschungen an.
Diese brachten zum einen heraus, dass die Substanz, die für den Räucherungsprozess vonnöten sei, Vicranium heißt, und zum anderen, dass ein Gnom namens Darbuu, der in einem alten Turm namens Lorn-Tanar, den meine entfernten Verwandten, die Waldelfen vor Urzeiten erbaut hatten, alchimistische Experimente durchführt, Kenntnis von diesem Stoff haben sollte.

2. Abendlang im Weidsummen 1214 (13.5.1214)
Die sorglosen Kreaturen hatten sich über ein Reh hergemacht, dass über einem offenen Feuer gegrillt worden war.
Was immer es waren, es waren weder Elfen noch Gnome. Lange spitze Ohren, krumme große Nasen, ein unbehaarter, ledriger Körper und ein bösartiger Gesichtsausdruck zeichneten ihre Physionomie aus. Sie waren etwa 3 Fuß groß.
Und was immer sein mochten, sie rochen nach Dunkelheit. Ich war mir sehr sicher, dass es sich bei den Wesen um Goblins handeln würde.
Alle waren bewaffnet, doch das reichhaltige Mahl schien sie sorglos gemacht zu haben.
Ich nickte Valos zu. Der Kämpfer stand neben mir, während sich die anderen beiden geschickt um das runde Gebäude verteilt hatten.
Wir hatten fast zwei Tage zu diesem Ort – Lorn-Tanar – gebraucht. Die Reise war nahezu ereignislos verlaufen, einzig und allein eine Anzahl von winzigen Kreaturen, die Licht ausgestrahlt hatten, waren wie Zauberlaternen durch den nächtlichen Wald geschwebt.
Und schließlich – der Abend war schon dabei, der Nacht zu weichen – schälte sich die Ruine des alten Elfenturms aus dem dunklen Himmel.
Abigail sah das Flackern des Feuers im Turm. Wir beschlossen vorsichtig vorzugehen, und schlichen uns zum Glück einigermaßen geschickt an die Ruine heran, wo wir die Goblins bei ihrem Mahl überraschen konnten.
Wieder zurück bei den anderen besprachen wir das Für und Wider.
Niemand kannte sich besonders gut mit Gnomen aus, aber wir waren uns einig, dass diese Goblins keine Hausgäste waren und beschlossen, anzugreifen.
Während Valos die Treppe herunterstürmte, eröffneten wir anderen das Feuer auf die Kreaturen.
Die Goblins wurden von unserem Angriff völlig überrascht und so konnten wir sie praktisch im Handstreich erledigen. Einer von ihnen schaffte es gerade noch, eine sich nach unten windende Treppe zu erreichen, doch Abigail verhinderte mit einem kühnen Hechtsprung Schlimmeres.
Nachdem der letzte der Unholde zur Strecke gebracht war, wechselten wir vier einen Blick, dann blickte ich auf die ins Ungewisse führende Treppe.
Offenbar war der Weg zur Erfūllung dieses Auftrages mit mehr Schwierigkeiten gespickt, als zu erwarten war…

ENDE VON TEIL 1

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Lecker Fisch oder der Zauberer von Lom-Tranar

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“lecker Fisch oder der Zauberer von Lom-Tranar”

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Dirion ein Sandelf Zauberer
Valos Dorrian Novice Helia’s und Krieger aus Vandria
Abigail die Wyndländische Späherin

2 Abendlang im Weidsummen 1214
(4.5.1214)

2. Abendlang im Weidsummen 1214 (13.5.1214)

Valos und Abigail stiegen die gewundene, alte Steintreppe herunter, gefolgt von Morlok und mir. Wir hatten uns kurz darüber verständigt, dass die Goblins, die wir gerade zur Strecke gebracht hatten nicht die einzigen in diesem Gemäuer sein würden.
Und genau so kam es auch: Sei es durch unbedachte Bewegungen unsererseits, oder durch die scharfen Sinne der Dunkelkreaturen, in einem sechs auf sechs Schritte großen Raum am Ende der der Treppe erwarteten uns weitere dieser Kreaturen. Wir stellten uns dieser Situation, und an und für sich wäre das alles kein großes Problem gewesen, wenn die Goblins unserer einziger Gegner geblieben wären.
Doch es begab sich, dass Abigail sich mit der Absicht, ihre Fernwaffe einzusetzen, etwas in Richtung eines bassinartigen kreisrunden Raumes zurückzog, in der Erwartung, dass sich hinter nichts und niemand befinden würde.
Doch sie täuschte sich, denn das dunkle Gewässer, das sich dort befand, kräuselte sich; einige Tentakel schossen aus dem Wasser empor und wickelten sich rücklings um die ahnungslose Rothaarige. Es kostete uns einige Mühe, aber schließlich obsiegten wir über Goblins und Getier, ohne dass jemand ernsthaft zu Schaden gekommen wäre.
An dieser Stelle ist einmal nötig zu erwähnen, dass meine Mitstreiter ihre Waffen respektive im Falle des Schwarzbartes seine arkanen Fähigkeiten wohl einzusetzen wissen. Valos ist wahrlich ein versierter Schwertkämpfer, die Dame Abigail versteht es, ihren Bogen vortrefflich einzusetzen und Morlok ist nicht wegen seiner Feuerkunst, sondern auch wegen seinem guten Gespür für Taktik eine große Hilfe. Ich bin froh, die drei an m einer Seite zu wissen und das, obwohl schon wieder ein Wolf aufgetaucht ist, während Abigail verschwunden war…

Jedenfalls durchsuchten wir die unterirdische Anlage und fanden allerlei Wundersames, aber auch etwas Trauriges. Wundersam war, dass wir einen Brunnen fanden, dessen Wasser Heilkräfte aufwies, ein wirkliches Faszinosum, das nach einer wissenschaftlichen Untersuchung schreit, wobei ich vermeinte, wie Valos etwas von göttlichen Kräften Helias vor sich hin gebrummt hatte.

Wir füllten unsere Wasserschläuche mit dem Heilwasser und fanden dann Darbuus Refugium, doch der Magier war tot. Ich konnte das so genau sagen, weil sein Geist vor mir in der Luft schwebte.
Die Erscheinung reagierte leider nicht auf meine Ansprache und rezitierte einen langen Satz. Wieder und wieder sprach er die Worte: „Befreit Lom-Tranar von seinem Übel, dem Schwarzmagier Kardos, der des Waldes Herrin gefangen hält.

Das Wasser hat er zwar verdorben, doch im Schatten der Abendsonne wird es euch helfen. Eint die Göttin, damit ich wieder Frieden finde“.
Die Kämpfer gruselten sich ein wenig vor der Erscheinung, doch ich dachte mir, dass wenn der verwirrte Geist mich angreifen wollte, er dies bereits getan hätte und außerdem schien der Verblichene kein böses Wesen gewesen zu sein. Der Schwarzbart zeigte sich ebenso wenig beeindruckt und winkte mir im Gegenteil zu, denn er hatte im Hintergrund einen weiteren Raum entdeckt, in welchem wir einige nützliche arkane Dinge fanden, darunter eine Handvoll Spruchrollen.

Da wir diesen ominösen Kardos nun zur Stecke bringen mussten und dieser weitere Gehilfen befehligen könnte, erschien es mir statthaft, das Gefundene für diese Aufgabe zu benutzen.
Danach erforschten wir das Gewölbe weiter. Zunächst fanden wir nichts weiter als zwei mit Regalen gefüllte Lagerräume, in welchen sich allerlei Vorräte und andere Haushaltswaren befanden und fanden uns schließlich wieder in dem Raum mit der Wendeltreppe wieder.

Ich zeigte auf den einzigen Ausgang, den wir noch nicht erforscht hatten. Schon nach ein paar Schritten hielt die vorgehende Abigail inne und machte uns ein Zeichen zu lauschen. Und richtig, wir vernahmen die wehenden Klänge eines Saiteninstruments aus einem der beiden Räume, welche vor uns von dem Gang abzweigten. Die Waldläuferin machte sich leise daran, die Umgebung zu erforschen und kehrte mit der Nachricht zurück, dass es keine weiteren Räume gab, außer einer Treppe, welche mit einem Fallgitter versperrt war.

So beschlossen wir, dem Musikanten und seinen Kumpanen eine Aufwartung zu machen.
Natürlich waren auch dort keine heiteren Spielleute aufzufinden, ganz im Gegenteil: In dem Raum, aus welchem die Musik erklang, befand sich eine neue Art dunkler Wesen. Grobschlächtiger und auch größer als die Goblins, mit denen wir es bisher zu tun gehabt hatten, war das herausragende Merkmal dieser Kreaturen die beiden hauerartigen Zähne, die aus ihrer Unterlippe förmlich hervorstachen.
‚Orks‘, durchschoss es mich.
Doch obwohl sie harte Kämpfer waren, hatten die Orks der Schlaggewalt Valos‘ und der Feuerkraft Morloks‘ am Ende nichts entgegenzusetzen.

Dem Schwarzbart scheint das Töten nicht unangenehm zu sein, denn er stößt immer wieder hysterische Lachsalven aus, wenn er einen Gegner zur Strecke bringt]
Die Orks bewachten einen Käfig in welchem ein kleines Tier mit weißem Fell eingesperrt war, laut Abigail ein Eichhörnchen.
Des Weiteren war ein Seilzug zu sehen, mit welchem, hätten wir unsere Gegner nicht so schnell ausgeschaltet, diese hätten Alarm auslösen können.
Eine kurze Unterredung erfolgte, welche ergab, dass es sich bei dem weißen Hörnchen möglicherweise um die in der Weissagung angesprochene Herrin des Waldes handeln könnte. Es klang zwar etwas merkwürdig in meinen Ohren, aber ich muss zugeben, dass die Augen des Tieres mich intelligent ansahen…
Auf jeden Fall bedurfte es nicht vieler Worte, um zu beschließen, das Tier freizulassen. Nachdem wir die Tür des Käfigs entriegelt hatten, stellte sich das Nagetier kurz auf die Hinterbeine, streckte die Nase in die Luft und verschwand in Windeseile, nachdem es uns scheinbar einen weiteren Blick zugeworfen hatte.

Die erfreute Abigail stellte fest, dass das Wesen uns ein Geschenk in Form einiger weißer Nüsse dagelassen hatte. Laut ihrer Meinung können diese Nüsse viel Gutes bewirken.
Und es gab noch eine weitere Besonderheit in diesem Raum: An einer der Wände lehnte eine etwa fünf Fuß hohe Statue aus hellem Gestein, welcher allerdings der Kopf fehlte. Ansonsten war das Kunstwerk fein gearbeitet. Ihre weiblichen Formen erinnerten an die Frauen meines Volkes, ja tatsächlich durchschoss mich der Gedanke, es könnte sich um eine Darstellung der höchsten Göttin der Elfen – derjenigen, die sich aus den Göttern etwas machten – nämlich der so genannten Erstelfe handeln.
Wie viele meines Volkes respektiere ich die Götter zwar, bin aber der Meinung, dass jedes Individuum seines Glückes Schmied ist.

Ich tat meinen Verdacht kund, und wir gingen noch einmal die Litanei des toten Gnomenmagiers durch.
Schließlich beschlossen wir, dem einzigen Ort aufzusuchen, an welchem etwas aus der Rezitation zu finden war, nämlich den runden Raum, der mit Wasser gefüllt war. Wasser, das – durch die Kreatur mit den Tentakeln – verdorben gewesen war.
Zurück in dem zisternenartigen Raum, begannen wir zu suchen und ich muss gestehen, dass es meine Idee war, den ‚Schatten der Abendsonne‘ mit Osten zu assoziieren.
Und tatsächlich entdeckten meine Augen einen Umriss in der runden Mauer…

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Eine Neue Welt
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Die Pyramide des Eck´Wan

Mein Dank für diesen tollen Spielbericht geht an

Bernhard “Ursus Piscis” Dittrich aus dem DS Forum

Dieser Spielbericht ist aus der Sicht von Vier Personen geschrieben!

Geheime Festung der Reiter der Morgenröte in den Splitterhügeln

Mit gesenktem Kopf ließ sich der Sandner auf den weichen Diwan sinken und lehnte die angebotenen Erfrischungen mit einem stummen Kopfschütteln ab. Lediglich aus der Wasserpfeife nahm er einen Zug. Nachdem er langsam den würzigen Rauch ausgeblasen hatte, wischte er sich kurz über die Augen, räusperte sich und sagte: „Herr, du ließt mich rufen, um dir zu berichten, warum ich von dem Grenzritt alleine zurückkehrte. Nun, das ist eine lange Geschichte … alles begann mit einem gewaltigen Sandsturm, der den dicken Ugy und mich von unserem Weg zur Oase von Al Mahal abbrachte. Auf unserer Flucht fanden wir in einem kleinen Dorf an den Ufern des Randuir Unterschlupf. Die Bewohner erwiesen sich als äußerst gastfreundlich und beherbergten uns und vier andere Reisende über Nacht. Als sich am nächsten Morgen der Sturm verzogen hatte, baten sie uns, sie im Kampf gegen wandelnde Tote zu unterstützen. Es stellte sich heraus, dass seit langer Zeit Untote unseres eigenen Volkes die gesamte Gegend um eine halb versunkene Pyramide in der Nähe des Dorfs unsicher machten …“

Ery unterbrach sich, als er den zweifelnden Blick seines Gebieters sah. Hastig schüttelte er den Kopf und meinte: „Herr, bitte frage mich nicht, warum die Dorfbewohner über Jahre tatenlos zusahen und erst uns um Hilfe baten, als wir zufällig vorbei kamen. Ich habe selbst keine Erklärung dafür … vielleicht waren sie zu schüchtern? Na, jedenfalls nahmen wir uns gerne der Sache an. Auch die anderen Reisenden boten ihre Unterstützung an und begleiteten uns zu der Pyramide … was die Elfe, den Zwerg und die beiden Menschen allerdings dazu bewog, vermag ich nicht zu sagen. Hilfsbereitschaft oder Dankbarkeit? Vielleicht auch Abenteuerlust oder Wissensdurst? Möglicherweise auch schlichte Goldgier? Ich weiß es bis heute nicht, da sich unsere Wege nach den Erlebnissen in dem alten Grabmal rasch trennten. Als wir es erreicht hatten, erkannten „der Dicke“ und ich auf den ersten Blick, dass es sich um eine uralte Festungspyramide eines Mumienfürsten handelte. Da wir ja mit solchen Bauwerken unsere Erfahrung haben, fanden wir rasch den im Sand verborgenen Eingang. Das Eingangstor war allerdings mit einem Zauber versperrt zu sein: In altertümlichen zasarischen Schriftzeichen war ein altbekannte Rätsel über Tag und Nacht eingraviert … bitte fragt mich nicht, warum sich ein uralter Mumienfürst eines dermaßen verbreiteten Rätsels bediente – das weiderum ist nämlich mir ein Rätsel.“

Der Halbling grinste schief, dann nahm er einen weiteren Zug aus der Wasserpfeife und fuhr fort: „Wie auch immer, wir drückten also auf den richtigen Buchstaben und schon schwang das Tor mit einem lauten Knarren auf. Aus dem Inneren wehte uns kühle, abgestandene Luft entgegen. Bevor wir jedoch eintreten konnten, bedeutete uns der Zwerg, der sich als Geirox, Sohn vom Irgendwem, vorgestellt hatte, anzuhalten. Dann murmelte er ein paar unverständliche Worte und segnete uns offenbar im Namen seines Gottes. Wie du weißt, halte ich ja eigentlich nichts von religiösen Zeremonien, aber trotzdem fühlte ich mich eigenartig gestärkt und zuversichtlich, als wir uns in die Dunkelheit begaben. Im Schein unserer Fackeln stießen wir bald auf eine Steintreppe, die uns abwärts führte. Plötzlich hieß uns Sereida, die elfische Zauberin, stehen zu bleiben. Nachdem sie die Steinwände genau gemustert hatte, wies sie uns an, eine bestimme Stufe zu überspringen. Als wir alle darunter waren, drückte sie mit ihrem langen Stab auf die Stufe, worauf mehrere Speere aus der Wand geschossen wurden. Dasselbe wiederholte sich nach einigen Stufen … nur, dass dieses Mal eine große Sichel von Wand zu Wand schwang. Auf diese Weise rettete uns die Elfe zweimal vor gefährlichen Fallen … wobei – ich habe keine Ahnung, wodurch diese in der langen Zeit in Schuss gehalten wurden. Leider übersah sie die dritte Falle … kurz drauf betrat Ugy nämlich eine Stufe, woraufhin sich die gesamte Treppe mit einem Knarren in eine steile Rutsche verwandelte. Nur die Menschenfrau, die sich selbst als Muradizhe, „die Nachtschöne“ vorgestellt hatte, und ich konnten uns rechtzeitig festhalten, alle anderen landeten mit einem lauten Platschen in einer Grube mit fauligem Wasser. Während sie hastig versuchten, auf der gegenüberliegenden Seite hinauszuklettern, mussten sie sich zu allem Überdruss auch noch einen ganzen Schwarm kleiner, untoter Fische mit äußerst spitzen Zähnen von Leibe halten. Ungerührt von meinen krampfhaften Bemühungen, nicht auch noch in die stinkende Brühe zu rutschen, rieb die Frau ein paar Mal über ein prächtiges Amulett, das sie um den Hals trug und schwebte – wie von einer Zauberhand getragen – auf die andere Seite. Immerhin war sie so freundlich, es mir danach zuzuwerfen und die Handhabung zuzurufen, sodass auch ich unbeschadet die andere Seite erreichte, wo das Artefakt sofort wieder mit Nachdruck von seiner Besitzerin eingefordert wurde. In der Zwischenzeit waren auch die anderen aus der Grube empor geklettert – allerdings hatten sie doch einige üble Bisswunden davon getragen. Wütend fluchend jagte der zweite Mensch – ein Zauberer namens Al Murgon, der vermutlich nur wegen seines riesigen Turbans stolz auf der Anrede als „Sahib“ bestand – in rascher Folge etliche Feuerstrahlen auf die untoten Fische, bis das gesamte Wasser unter erbärmlichen Gestank zu kochen schien. Nachdem auch diese Angelegenheit zur Zufriedenheit aller erledigt war, zog Geirox einen kleinen Beutel hervor, aus dem er jedem Verletzten ein paar vertrocknete Beeren gab. Trotz ihres doch recht fragwürdigen Geruchs schluckte er selbst einige davon. Zu meinem Erstaunen schlossen sich sofort ein paar kleinere Wunden … so wurde mir klar, dass auch der zwergische Cor-Priester ebenfalls über Zauberkräfte verfügen musste.“

Ery befeuchtete seine Kehle mit einem Schluck kräftigen Tees aus grüner Minze, bevor er seine Geschichte fortsetzte: „Wiederum befanden wir uns vor einer verschlossenen Türe, über der abermals ein Rätselspruch eingelassen war. Diesmal war die Lösung allerdings nicht so offensichtlich. Noch dazu beunruhigten uns mehrere Gongschläge, die dumpf durch die Tür drangen. Muradizhe hatte bereits einen mit einem Smaragd besetzten Schlüssel gezückt, mit dem sie offenbar das Schloss öffnen wollte, als Sereida mit einem siegessicheren Lächeln vortrat und das Losungswort verkündete, während Al-Murgon – sichtlich in seiner Ehre als belesener Gelehrter gekränkt – zur Seite trat. Tatsächlich öffnete sich langsam die Tür …“

Teil 2 aus der Sicht der Zasarin Muradizhe, die “Nachtschöne”

Basar von Barak

Geschmeidig räkelte sich die hübsche Zasarin auf dem dicken Sitzteppich im teuersten Teehaus des Basars von Barak. Langsam nahm sie sich eine frische Feige aus der silbernen Obstschale vor ihr und schob die reife Frucht mit einer sinnlichen Bewegung zwischen ihre vollen Lippen. Dabei warf sie dem dicken, schwitzenden Kaufmann, der ihr gegenüber saß, unter ihren langen, schwarzen Wimpern einen schmachtenden Blick zu und hauchte: „So … bist du wieder gekommen, um den Rest der Geschichte zu hören? Du kennst ja meinen Preis …“
Der reiche Händler nickte und schob mit zitternder Hand einen silbernen Ring zu ihr, der mit einem großen Rubin besetzt war. Zufrieden ergriff Muradizhe das Schmuckstück und ließ es in den tiefen Ausschnitt ihrer Seidenbluse gleiten. Dabei beugte sie ihren Oberkörper leicht nach vorne, um dem Mann einen Blick auf ihre zarten Brüste zu gestatten.

Erst als er sich schnaufend zurückfallen ließ, hockte sich Muradizhe im Schneidersitz auf den Teppich und begann mit sanfter Stimme zu erzählen: „Nun, an welcher Stelle mussten wir gestern abends unterbrechen … ach ja, nachdem wir also Dank der Gelehrsamkeit dieser kühlen, hageren Elfe das Rätsel gelöst und die Tür geöffnet hatten, befanden wir uns in einer Art von … Kreuzgang in einem großen Raum. Ich bot mich an, ihn zunächst leise zu erforschen. Sereida verlangte eines meiner Wurfmesser und legte einen Lichtzauber auf die Klinge, in dem sie kurz darüber strich und flüsterte ein paar eigenartige Worte. Jedenfalls konnte ich mich mit Hilfe dieser kleinen Lichtquelle in die Mitte des Raums schleichen, wo ein riesiger Gong und ein schwerer Schlegel von der Decke hingen. Während ich noch über ihre Bedeutung rätselte, hörte von beiden Seiten schwere Schritte, die sich langsam auf meinen Standort zu bewegten. Leise schlich ich in den Gang zurück und wartete ab … wenig später musste ich einen Schreckensschrei unterdrücken, denn zu meinem Entsetzen stapften zwei große, vierarmige Knochenungetüme auf den Gong zu und schlugen ihn zweimal. Ich schaffte es mit knapper Not noch rechtzeitig, zu den anderen zurück zu eilen und sie vor der drohenden Gefahr zu waren, als auch schon das erste Ungeheuer um die Ecke bog und sich bei unserem Anblick rasch auf uns zu bewegte.“
Während ihrer Erzählung war Muradizhe langsam ein Stück näher an den Kaufmann heran gerückt und hatte sanft eine seiner Hände ergriffen. Während er gebannt an ihren Lippen gehangen war, hatte sie mit einer geübten Bewegung einen schweren Goldring von einem Finger gezogen und geschickt hinter die breite Schärpe geschoben, mit der ihre weite Bluse zusammen gehalten wurde. Um die Spannung für ihn erst noch weiter zu erhöhen, legte sie eine kleine Pause ein und bediente sich aus der Teekanne aus feinstem Porzellan.

Danach fuhr sie mit ihrer Geschichte fort, wobei sie nicht darauf vergaß, ihre Stimme mit einem gebührenden Zittern zu versehen: „Als uns die Knochengestalt beinahe schon erreicht hatte, wirkte die Sandelfe einen Zauber, der aus ihrer ausgestreckten Hand einen gleißenden Lichtstrahl auf unseren unheimlichen Gegner schießen ließ. Als dieser geblendet und wild um sich schlagend stehen blieb, war der Augenblick der beiden Halblinge gekommen. Sie stürzten sich mit ihren Krummsäbeln auf ihn und hackten wild auf ihn ein. Dabei sorgte der Stämmigere der beiden mit seinem Schild für Schutz vor den wuchtigen Hieben, während der Flinkere mit einigen schweren, gut gezielten Schlägen die knöchernen Beine zertrümmerte. Während die beiden noch damit beschäftigt waren, ihm endgültig den Garaus zu machen, wurde das zweite Ungetüm bereits von Geirox und Al Murgon erwartet. Noch bevor es uns zu nahe kommen konnte, hatte es bereits Bekanntschaft mit einem Feuerstrahl des Zauberers und einem Lichtpfeil des Priesters gemacht. Nachdem es auch noch von Sereida geblendet worden war, zogen wir uns ein wenig zurück, bis es die beiden schließlich mit ihren Zaubern vernichten konnten. Trotz der Macht unserer Gegner hatten wir so den Kampf weitgehend unbeschadet überstanden. Nachdem sich die beiden Kämpfer und die Zauberwirker wider etwas erholt hatten, begannen wir mit der Erkundung des restlichen Raums. Wir entdeckten schließlich zwei Türen. Vorgewarnt durch die letzten Erlebnisse schlug die Elfe vor, erst den weiteren Weg zu erforschen, in dem sie ihren sehenden und hörenden Geist zunächst voraus schicken wollte. Natürlich stimmten ihrem Vorschlag sogleich zu, obwohl der Zauberer eine säuerliche Miene machte. Während sie sich also auf den Boden setzte und mit geschlossenen Augen regungslos verharrte, bewachten aufmerksam wir unsre Umgebung, um nicht von weiteren Ungeheuern überrascht zu werden. Schließlich kam die Elfe mit einem tiefen Seufzen wider zu sich und berichtete uns, dass der Gang hinter der linken der beiden Türen schließlich in einer Sackgasse enden würde. Der andere Gang hingegen würde nach ein paar Meter in einen Raum führen, in dem neben einem großen Tisch voller Werkzeuge und einigen großen Tonvasen eine merkwürdige Gestalt aus Knochen, Metall und Holz stehen würde. Sereida konnte uns nicht sagen, ob es sich um eine ungewöhnliche Statue oder um ein weiteres, durch Zauberei beseeltes Wesen handeln würde. Nach den bisherigen Ereignissen gingen wir von Letzterem aus und bereiteten uns auf einen weiteren Kampf vor … aber davon muss ich dir ein anderes Mal berichten. Für heute ist es genug – meine Stimme ist schon ganz heiser und ich brauche noch meinen Schönheitsschlaf“, raunte Muradizhe, während sie sich mit einer geschmeidigen Bewegung erhob und dem Händler einen zarten Kuss auf den Mund hauchte, der seine Widerworte im Keim ersticken

Teil 3 aus der Sicht der Sandelfe Sereida

Halle der Gelehrsamkeit von Nai’Suîl

Mit geschlossen Augen legte Sereida die Fingerspitzen aneinander, um sich besser an die Geschehnisse in der Festungspyramide zu erinnern. Geduldig wartete sie ab, bis sich ihre Brüder und Schwestern wieder in der geräumigen Studierstube versammelt hatten, um ihrem weiteren Bericht zu lauschen. Nach einem kurzen Blick in die Runde und auf ein knappes Nicken des Großmeisters hin hob sie mit klarer, ruhiger Stimme zu Erzählen an: „Nun, da wir also durch meinen Zauber vorgewarnt waren, trafen wir die letzten Vorbereitungen für einen Kampf, der uns wahrscheinlich bevorstehen würde. Geirox zog einen runden, glänzenden Achat aus einem Beutel und heilte mit dessen Zauberkraft die Wunden der beiden wackeren Sandner … ganz offensichtlich besaß er also einen der sagenumwobenen Kraftsteine der Wüstenzwerge. Auch Al Murgon überraschte mich ein wenig, zog er doch unter seiner Robe – bei der es sich ebenfalls eindeutig um ein verzaubertes Stück handelte – wahrhaftig eines der seltenen Feuerballzepter hervor, wie ich auf den ersten Blick unschwer erkennen konnte. Ich selbst legte meinen Frostzauber auf den Krummsäbel Erys, während Ugy über die Klinge seines Säbels Waffenweih schüttete. Lediglich die Zasarin, bei der ich mir übrigens sicher war, dass es ich um eine geschickte Diebin handelte, sah uns tatenlos zu. Mir fiel lediglich auf, dass sie unruhig an einem schlichten Ring zasarischer Machart herum spielte, den sie an einem Finger trug. Etwas später sollte mir dann klar werden, dass es sich um einen Ring der Ausflüchte handeln musste.“

Die Sandelfe unterbrach sich kurz, um ihre Kehle mit einem Schluck klaren Wassers aus dem schlichten Tonkrug zu befeuchten, der neben ihrem Stuhl zu ihren Füßen stand. Dann fuhr sie fort: „Nachdem wir schließlich alle Vorkehrungen getroffen hatten, eilten wir rasch zu der Tür, hinter der wir das fremdartige Gebilde vermuteten, das ich im Geiste gesehen hatte. Die Halblinge stießen die Tür auf und stürmten furchtlos auf das golemartige Ungetüm zu, das auf einem Rumpf aus Holz und Metall den skelettierten Schädel eines Menschen trug. Auch seine vier Arme und Beine waren kunstvoll aus Knochen-, Holz- und Metallteilen gefertigt worden. Sobald wir den Raum betraten, setzte es sich in Bewegung und ging zum Angriff über, während hinter uns die Tür mit lautem Krachen zufiel. Zu meiner Überraschung flogen aber auch einige verzauberte Werkzeuge, die auf einem großen Tisch gelegen waren, auf uns zu. Zangen und Haken versuchten uns zu packen … zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir – abgelenkt durch diesen unerwarteten Angriff – der Zauber fehl schlug, mit dem ich das Gebilde ebenso wie zuvor die beiden Knochengolems blenden wollte. Ich sah noch, wie sich Muradizhe mit schier unglaublicher Gewandtheit allen Angriffen entzog, als ich im nächsten Augenblick auch schon von mehreren Zangen auf den Tisch gezerrt wurde, unter dem sie sich recht geschickt verborgen hatte. Als das Ungetüm die Halblinge zur Seite schleuderte und sich bereits mit Scheren und Messern auf mich stürzen wollte, sprach Geirox einen Zauber, der es mit einer gewaltigen Druckwelle zu Fall brachte. Diesen Augenblick nützte Al Murgon aus, um den Zauber seines Zepters auszulösen. Eine feurige Kugel schoss zischend und fauchend auf das Ungetüm zu und hüllte es in Flammen, während ich weiterhin von den Werkzeugen mit unerbittlicher Kraft festgehalten wurde. Als sich der Golem rußgeschwärzt und qualmend wieder aufrichtete, waren die Halblinge zur Stelle. Mit ihren durch Zauberkraft verstärkten Krummsäbeln gelang es ihnen rasch, ihn zu vernichten. Als er schließlich in unzählige Stücke zersprang, zerfielen auch die Werkzeuge im gleichen Augenblick zu Staub …“

Für einen Augenblick genoss Sereida schweigend die ungeteilte Aufmerksamkeit, die ihr zuteil wurde. Jungen und wenig erfahrenen Zauberern wie ihr gelang es in Nai’Suîl nur selten, sich bei den älteren Brüdern und Schwestern für längere Zeit Gehör zu verschaffen. Doch da die Mitglieder ihrer verschworenen Gemeinschaft nur selten in weltliche Abenteuer verstrickt wurden, waren alle auf ihre Geschichte neugierig. Einen zufriedenen Seufzer unterdrückend, setzte sie schließlich fort: „Nachdem wir ein wenig verschnauft hatten und ich mich von meinem Schrecken erholt hatte – hatte ich doch schon befürchtet, bei lebendigem Leibe aufgeschlitzt zu werden – stellten wir fest, dass sich die Tür wieder geöffnet hatte. Zudem entdeckten wir eine weitere offene Türe. Während diese von den beiden Halblingen gesichert wurden, machten wir anderen uns daran, den Raum zu durchsuchen … auffällig war dabei, dass dabei die flinke Zasarin eindeutig die Schnellste war … ich bin mir bis heute nicht sicher, ob sie nicht heimlich ein paar der Schmuckstücke, Edelsteine und Münzen einsteckte, die wir in den Vasen fanden. Sehr gelegen kamen uns auch ein paar Heiltränke, die Jahrzehnte oder Jahrhunderte überstanden hatten. Außerdem fanden wir drei Schriftrollen … leider konnte ich nur eine davon entziffern, welche den Zauber enthielt, der die Erschaffung von Manabrot ermöglicht. Ich weiß nicht, was auf den anderen Rollen stand, aber Al Murgon machte einen äußerst zufriedenen Eindruck. Er sollte sich allerdings nicht lange an seinem Fund erfreuen können … aber ich greife vorweg. Zunächst aber wollte ich die Sicherheit, die uns der Raum nun vorübergehend bot, für eine weitere Geistreise nützen, um die Gefahren zu erforschen, die noch vor uns liegen würden …“

Teil 4 aus der Sicht des Wüstenzwergs Geirox.
Viel Spaß mit dem fulminanten Endkampf!

Höhlentempel des Cor im Drachengrat

Langsam und schwerfällig erhob sich der graubärtige Wüstenzwerg und begab sich nach einer tiefen Verbeugung vor der großen, steinernen Cor-Statue mit steifen Schritten in einen Nebenraum der Ritualhöhle, wo sein Schüler bereits auf ihn wartete. Dankbar, seinen schmerzenden Knien eine Rast gönnen zu dürfen, ließ sich der alte Priester auf ein weiches Lager aus Fell sinken. Nachdem er einen Schluck Ziegenmilch aus einem irdenen Becher genommen hatte, sagte er: „Nun gut, mein Sohn … heute Abend werde ich dir endlich verraten, wie das Abenteuer ausging, das ich mit den fünf anderen in der alten Festungspyramide erlebte. Wo war ich stehen geblieben … ach ja, Sereida, die sandelfische Zauberin scheiterte leider bei dem Versuch einer weiteren Geistreise, sodass wir nicht wussten, was noch auf uns zukommen würde. Langsam und vorsichtig schlichen wir durch einen kurzen Gang, der an einer geschlossenen Tür endete. Muradizhe gelang es, diese geräuschlos zu öffnen. Dahinter befand sich ein hoher, langer Ritualraum, der ganz offensichtlich Baarn geweiht war, wie wir unschwer an vier Statuen in den Raumecken erkennen konnten. Um einen Zirkel in der Mitte des Raums standen bewegungslos vier Gestalten in dunklen, halb vermoderten Roben, die durch bläulich-violette Lichtstrahlen verbunden waren … dadurch wurde die Halle in ein unheimliches, flackerndes Zwielicht getaucht … die Anwesenheit des Bösen war stark spürbar … kein Wunder, handelte es sich doch um vier untote Baarn-Priester, die keinerlei erkennbare Regung auf unsere Anwesenheit zeigten. Sie schienen in eine Art von Ritual vertieft …“

Als sein Schüler eine Zwischenfrage stellen wollte, schüttelte Geirox unwirsch den Kopf und knurrte: „Gemach, gemach, mein Sohn … ich werde dir schon alles erzählen, was wichtig ist … ein wenig Geduld!“ Nachdem er sich mit dem Rest der Ziegenmilch gestärkt und seinen Bart sauber gewischt hatte, fuhr er fort: „Wie warteten gar nicht erst ab, um welche Art von Ritual es sich wohl handeln würde, sondern gingen gleich zum Angriff über. Während Al Murgon und ich unsere Zauber auf jeweils einen der Priester schleuderten und Sereida einen weiteren zu blenden trachtete, griffen die beiden Sandner mit ihren Krummsäbeln einen weiteren an – sogar die Zasarin schleuderte einen Wurfdolch gegen den letzten Priester. Zu unserem Schrecken nahmen die Untoten keinerlei Schaden … es schien, als würden sie durch die Lichtstrahlen, die bei jedem Angriff kurz aufflackerten, unverwundbar gemacht. Allerdings entstanden plötzlich in dem Zirkel fünf Skelette in der Größe von Halblingen. Der Zauberer fasste sich als erster, riss eine Schriftrolle aus seinem Gürtel und schrie einen Zauber, der die gesamte Fläche des Zirkels in ein loderndes Flammenmeer verwandelte. Während wir vor der Hitze zurück wichen, verkohlten die beseelten Skelette zu Aschehaufen … die untoten Baarn-Priester überstanden das vernichtende Feuer allerdings unbeschadet! Wütend brüllte Al Murgon einen lästerlichen Fluch, sprang vor und jagte in unsinnigem Zorn aus seinem Zepter einen Feuerball auf eine der Statuen, worauf der Lichtstrahl für einen kurzen Augenblick verlosch … Sereida war sofort klar, dass wir nun – Dank des Jähzorns des Zauberers – einen Weg gefunden hatten, um die Priester zu vernichten. Allerdings mussten wir dazu erst die Statuen zerstören …“

Der alte Zwergenpriester unterbrach sich und schüttelte den Kopf, als die Bilder des Kampfs wieder in ihm aufstiegen. Er rieb sich kurz über das Gesicht, bevor er weiter sprach: “Dies wurde uns allerdings nicht leicht gemacht, da durch das Ritual ständig weitere Halbling-Skelette entstanden. So mussten Al Murgon, Sereida, Muradizhe und ich stets deren Angriffe abwehren, während die beiden Sandner mit ihren Krummsäbeln, die von der Elfe mit einem Zauber belegt worden waren, eine Statue zerschlugen. Als diese schließlich zersprang, schwächte sich der Lichtstrahl merklich ab … aber erst, als auch die zweite fiel – wir alle hatten schon mehrere Wunden erlitten – erlosch endlich das verfluchte Licht! Im gleichen Augenblick begannen allerdings die Priester mit ihrem Angriff und schleuderten dunkle Zauber auf uns. Während Muradizhe unter einem Fluch vor Angst schreiend das Weite suchte, wurden die beiden Sandner und Al Murgon von einem Kettenblitz getroffen. Pfeile aus schwarzen Schatten verwundeten Sereida und mich … bei Cor, es war ein fürchterlicher Kampf, der nun entbrannte … den Blitzen und Schattenzaubern der Priester setzen wir Feuerstrahlen und Lichtpfeile entgegen … der Sandelfe gelang es zwar bald, einen unserer Gegner mit einem Eisstrahl einzufrieren, aber die anderen machten uns schwer zu schaffen. Schließlich fielen doch zwei von ihnen, die zuvor bereits durch Weihwasser geschwächt worden waren, unter den Hieben der entfesselten Sandner zu schwarzem Staub … für einen kurzen Augenblick herrschte eine atemlose Stille, dann brach die Hölle los. In einem wahnwitzigen Hexentanz wirbelten die Überreste der vernichteten Skelette umher und vereinigten sich zusammen mit den beiden untoten Priestern zu einem riesigen Ungetüm, das mit vier gewaltigen Knochenklauen auf uns losging. Al Murgon warf rasch einen Feuerball, wurde aber gleich darauf von einer Klaue gegen eine Wand geschmettert und blieb leblos liegen. Im nächsten Augenblick zerstampfte der Koloss schon Ugy, der nicht rasch genug dem verheerenden Tritt ausgewichen war. In höchster Not sandte ich ein Stoßgebet zu Cor, riss eine Schriftrolle hervor, die ich für einen Augenblick aussichtsloser Bedrängnis aufbewahrt hatte und wirkte Dank der Gnade unseres Herrn einen machtvollen Zauber … heilende Lichtstrahlen schossen aus meinem Körper und schlossen die Wunden meiner verbliebenen Gefährten. Zeitgleich gelang es Sereida, den Skelettriesen zu blenden. Rasch nützte ich die Gelegenheit, ihn mit der heiligen Macht eines weiteren Zaubers von den Beinen zu fegen … dann ging ich gemeinsam mit Ery zum Nahkampf über … von heiligem Zorn erfüllt schlugen wir mit Keule und Krummsäbel auf ihn ein, während wir den ungezielten Hieben des geblendeten Ungeheuers auswichen … schließlich erwischte es den Halbling doch durch einen Glückstreffer und schleuderte ihn zur Seite. Ich glaubte uns schon verloren, da schrie Sereida eine Warnung … die Zauberin hatte geistesgegenwärtig das Zepter Al Murgons an sich genommen … ich konnte mich eben noch zur Seite werfen, dann schlug schon eine tosende Feuerkugel in den gewaltigen Totenschädel und beendete sein unheiliges Dasein.“

Mit einem schweren Seufzer schloss Geirox seine Erzählung und schloss erschöpft die Augen, während ihn sein Schüler mit offenem Mund anstarrte. Schließlich ertrug dieser seine Neugierde nicht länger und fragte schüchtern: „Und was geschah dann, Vater?“ Langsam öffnete der alte Priester seine Augen und erwiderte: „Nun, der dunkle Fluch des Mumienfürsten war damit gebrochen, seine Geschöpfe vernichtet … uns blieb nur mehr, unsere Toten zu beklagen. Sereida und Muradizhe – die nach dem Kampf ganz plötzlich wieder erschien, als wäre nichts gewesen – ließen es sich allerdings nicht nehmen, seine Schatzkammer zu plündern. Beladen mit den Leichen unserer gefallenen Gefährten und den erbeuteten Schätzen machten wir uns daran, einen Ausgang zu suchen … aber das ist eine Geschichte, die an einem anderen Tag erzählt werden soll.“

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